Das Plakat zum Projekt. © Schwarwel, Glücklicher Montag

Das Plakat zum Projekt. © Schwarwel, Glücklicher Montag

In den praktischen 2-Tages-Workshops im Bereich Comic, Cartoon, Karikatur, Illustration, Collage, Trickfilm und Film möchten der Leipziger Karikaturist Schwarwel (www.schwarwel.de) mit Sandra Strauß, Geschäftsführerin der Agentur „Glücklicher Montag“ (www.gluecklicher-montag.de) einen Beitrag zur gesellschaftlich politischen Bildungsarbeit leisten. Ihre Workshops behandeln die Themen Diktatur und Demokratie, Menschlichkeit, Miteinander, Weltoffenheit, Meinungs-, Presse- und Religionsfreiheit, Gleichberechtigung von Frauen, Gleichstellung von Minderheiten, gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Hate Speech … Weiterlesen »

Es war wohl 1986 oder 1987 im Kino Capitol. Ehrwürdige Spielstätte der Leipziger Dokfilmwoche.

© dpa/fr

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Die Leinwand öffnete sich und uns Zuschauern kamen gepanzerte Fahrzeuge entgegen. Schwenk. Auf der anderen Seite machten sich mehrere Demonstranten lautstark bemerkbar. Ihr Protest damals galt der Errichtung der sogenannten Startbahn West für den Frankfurter Flughafen. Es schien alles so friedlich und doch marschierte eine Armada Polizeibeamter mit Schlagstöcken ausgerüstet und Räumpanzer sowie Wasserwerfer hinter sich wissend auf die Demonstranten los. Einsatzbefehl. Es waren genau die Bilder auf der Kinoleinwand zu sehen, die uns DDR-Bürgern die Unmenschlichkeit des kapitalistischen Systems vor Augen führen sollten. „Startbahn West – Trilogie eines Widerstandes“ von 1981 oder „Keine Startbahn West – Eine Region wehrt sich“ von 1982 hießen die Dokumentarfilme von Thomas Frickel u.a. Einer dieser beiden Filme lief damals im Abendprogramm. Weiterlesen »

03. September 2018 · Kommentare deaktiviert für #wirsindmehr – sind wir das? · Kategorien: Gesellschaft, Politik · Tags: , , ,
Zehntausende Menschen auf dem Platz neben der Chemnitzer Johanniskirche zum Konzert „Wir sind mehr“; © Bildrechte: MDR/Matthias Vollmer
Zehntausende Menschen auf dem Platz neben der Chemnitzer Johanniskirche zum Konzert „Wir sind mehr“; © Bildrechte: MDR/Matthias Vollmer

Ein wunderbares und wichtiges Konzert in Chemnitz ist zu ende. Ich war nicht live dabei. Ich bin traurig darüber. Ich zähle mich zu denen, die posten, wenn es um Gerechtigkeit und Gleichbehandlung in der Gesellschaft geht. Und doch war ich dabei. Beim Livestream von Spiegel Online (Danke an das Team von @spiegelonline für die Möglichkeit, live dabei zu sein).

Was wird erreicht, wenn wohl mehrere zehntausend – der mdr spricht auf seiner Internetseite von 65.000 Teilnehmern https://www.mdr.de/sachsen/chemnitz/chemnitz-stollberg/ticker-montag-chemnitz-konzert-100.html – begeistert vor der Bühne auf und ab hüpfen, textsicher die Lieder der Bands mitsingen, „Alerta Alerta Antifascista“ rufen?

„Wir sind nicht naiv und geben uns der Illusion hin, dass man ein Konzert macht und damit die Welt gerettet hat und alle Probleme gelöst sind. Aber manchmal ist es wichtig und notwendig, dass man sich nicht so allein fühlt“, sagt Felix Brummer, Leadsänger der Chemnitzer Band „Kraftklub“ bei der Pressekonferenz vor dem Konzert.

Darum geht es. Eine Mehrheit auf die Beine zu bringen, die all jenen Mut macht, die noch in ihren Zimmern sitzen. Sich anschließen, um für eine ehrliche Demokratie einzutreten. Weiterlesen »

11. Juli 2018 · Kommentare deaktiviert für Lebenslang für Zschäpe oder ein nicht abgeschlossener Fall von Staatsversagen? · Kategorien: Gesellschaft, Politik · Tags: , , , , , , ,
Die bekannten Opfer des NSU-Terrors. © sz-magazin.de/nsu

Die bekannten Opfer des NSU-Terrors. © sz-magazin.de/nsu

Nach 437 Verhandlungstagen in gut fünf Jahren hat das Oberlandesgericht München die Hauptverdächtige im Prozess um die Morde des Nationalsozialistischen Untergrundes (NSU) Beate Zschäpe und ihre Mitangeklagten zu den lang erwarteten Strafen verurteilt. Die lebenslange Haft basiert auf Indizien und droht gegebenenfalls durch eine Revision der Pflichtverteidiger wieder gekippt zu werden. Die Hauptkritik an diesem Mammutgerichtsprozess ist und bleibt, dass die zwei mutmaßlichen toten Haupttäter und ihre kleine unschuldig wirkende Mitläuferin Hintermänner hatten, die nicht vor Gericht standen. Es gab immer wieder Hinweise auf Kreise des Verfassungsschutzes, des Bundesnachrichtendienstes und von Landeskriminalämtern, die wissentlich oder sogar organisatorisch an der Entstehung des NSU und anderer rechtsextremistischer Gruppierungen beteiligt waren. Weiterlesen »

08. Juli 2018 · Kommentare deaktiviert für Aktion Seebrücke – eine Wasserstandmeldung aus Leipzig · Kategorien: Gesellschaft, Politik · Tags: , , , , , ,
600 engagierte Demonstranten vor der Universitätsbibliothek Albertina in Leipzig zum deutschlandweiten Aktionstag #Seebrücke

600 engagierte Demonstranten vor der Universitätsbibliothek Albertina in Leipzig zum deutschlandweiten Aktionstag #Seebrücke

Gegen Mittag des 7. Juli 2018 lief über den Nachrichten-Ticker, dass sich in Berlin über 12.000 Menschen an einer Demonstration der Aktion Seebrücke (https://seebruecke.org/wp/) für die Seenotrettung im Mittelmeer beteiligten. In den deutschen Städten Ulm, Lüchow, Greifswald, Hamburg, Wetzlar, Tübingen, München, Frankfurt am Main, Gießen, Heidelberg, Zwickau, Bremen, Hannover, Köln und in Leipzig waren Menschen auf der Straße, die gegen die Kriminalisierung der Rettung von Menschenleben auf dem Mittelmeer protestierten. Aus Malta gab es Grußbotschaften u.a. vom Kapitän der Lifeline, die im dortigen Hafen festgehalten wird. Das Credo von Kapitän Klaus-Peter Reisch ist: „Seenotrettung kann, darf kein Verbrechen sein!“ Er steht für diese Einstellung vor Gericht. Sein Schiff der Mission Lifeline (www.mission-lifeline.de) sitzt seit über einer Woche dort fest, weil u.a. ein deutscher Innenminister die Retter von Menschenleben zur Rechenschaft ziehen werde. Seehofer bezeichnete die Lifeline und andere Hilfsschiffe, die sich korrekt an die Anweisungen der koordinierenden italienischen Küstenwache halten, als „Shuttle“ zwischen Libyen und Südeuropa. „Wir müssen verhindern, dass es zu einem Präzedenzfall wird.“ So wird der deutsche Heimatmuseumsminister von verschiedenen Zeitungen und Online-Portalen zum Fall der Lifeline in Malta zitiert. Weiterlesen »

08. Juli 2018 · Kommentare deaktiviert für Alle 10 Minuten stirbt ein Kind im Jemen! Was geht’s uns an? · Kategorien: Politik · Tags: , , , , ,
© Imago/photothekU. Grabowsky Unterstreicht ihr Anliegen durch Kinderzeichungen: UNICEF-Chefin Fore mit Entwicklungsminister Müller in Berlin

© Imago/photothekU. Grabowsky Unterstreicht ihr Anliegen durch Kinderzeichungen: UNICEF-Chefin Fore mit Entwicklungsminister Müller in Berlin

Eine erschreckende Nachricht ging am Donnerstag (05.07.2018) um die Welt: „Alle zehn Minuten stirbt ein Kind im Jemen“, beklagt die Exekutivdirektorin des UN-Kinderhilfswerks (UNICEF), Henrietta H. Fore, bei einem Auftritt in Berlin (Quelle: https://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/unicef-chefin-nach-jemen-besuch-alle-zehn-minuten-stirbt-ein-kind/ar-AAzCX4Z?ocid=sf). Sie hatte das Krisengebiet kürzlich besucht und berichtete nun über ihre Erlebnisse gerade in einem Land, das offensichtlich keinen Blick mehr für die humanitären Krisengebiete dieser Welt in der politischen Selbstzerfleischungsphase zwischen rechtem und ultrarechtem Gedankengut auf der Regierungsbank hat. Weiterlesen »

03. Juli 2018 · Kommentare deaktiviert für Wahlkampfkompromiss für AfD · Kategorien: Politik · Tags: , , , , , , , ,
Seehofers Rücktritt vom Rücktritt am 2. Juli 2018 © SAT1

Seehofers Rücktritt vom Rücktritt am 2. Juli 2018 © SAT1

„Wir haben uns geeinigt“, sagte Bundesheimatmuseumminister Horst Seehofer von der CSU nach einer der zahllosen und endlosen Koalitionsstreitigkeiten mit der Schwesterpartei CDU. Die 6-Prozent-Partei aus dem blau-weißen Süden der Bundesrepublik Deutschland habe sich „in allen Punkten“ durchgesetzt, so der vom Rücktritt zurückgetretene CSU-Parteichef am 2. Juli 2018. So wurde am Montagabend die entscheidende Lösung gegen die „illegale Migration“ an der deutsch-österreichischen Grenze mit den „Transitzentren“ gefunden. Es habe sich für den senilen alten Herrn aus dem Wald gelohnt, „für eine Überzeugung zu kämpfen.“

Die Bundeskanzlerin, die sich im Anflug von humanistischer Resterziehung aus alten DDR-Zeiten und christlicher Nächstenliebe im Herbst 2015 entschied, eine menschliche Katastrophe durch die Aushebelung des Dublin Abkommens zugunsten Geflüchteter zu verhindern, grinst zu dieser unheilvollen Vereinbarung zwischen den streitenden christlichen Parteien. „Über das Ziel waren wir uns einig, gestritten haben wir über den Weg“, sprang der wahrscheinlich vor Scham wortkargen Kanzlerin ihre Generalsekretärin Kramp-Karrenbauer zur Seite. Mit diesem Kompromiss werde man die Migration nach Deutschland begrenzen und stelle sicher, „dass wir auf der anderen Seite die gute Nachbarschaft mit Europa wahren“. Weiterlesen »

29. Juni 2018 · Kommentare deaktiviert für Der Gipfel der Unmenschlichkeit oder das Ende der Idee Europa · Kategorien: Politik · Tags: , , , , ,
© Schwarwel, 2018, www.schwarwel-karikatur.com

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Am 29. Juni 2018 beschließen 28 europäische Staaten – ja auch ein vermeintlich sozialistischer Alexis Tsipras, ja auch eine christliche Angela Merkel … – die Errichtung von Auffanglagern außerhalb der Europäischen Union, um die illegalen von den legalen Flüchtigen aussieben zu können. Über diese Auffanglager wird das hauchdünne Tuch der Humanität gelegt: „Wir wollen das mit UNHCR und IOM machen“, duckt sich die deutsche Regierungschefin. Weiterlesen »

28. Juni 2018 · Kommentare deaktiviert für Seehofer in Seenot · Kategorien: Politik

 

© Schwarwel 2018, www.schwarwel-karikatur.com

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Der offene Brief der Mission Lifeline (https://mission-lifeline.de/de/presse/offener-brief-an-den-innenminister-wir-retten-leben-wen-retten-sie) stellt viele Frage an Seehofer und seine Jünger. Fragen nach der Menschlichkeit eines Christ-sozialen Seehofers und alle deutschen Politiker, die sich durch ihre menschenfeindlichen Aussagen zur heimatlichen und europäischen Flüchtlingspolitik rechts an der AfD vorbeimanövrieren wollen. Schließlich stand der deutsche Heimatmuseumsminister, wie die TAZ gestern in ihrer Onlineausgabe berichtet, (http://www.taz.de/!5516647/) einem „schnelleren Ende der seit vergangenen Donnerstag andauernden Odyssee … im Weg“, in dem er „sich gegen eine Aufnahme der Geflüchteten stellte. Dabei hatten sowohl Italien, Frankreich, Portugal sowie mehrere deutsche Kommunen und Bundesländer – unter anderem Berlin und Schleswig-Holstein – ihre Bereitschaft signalisiert, Flüchtlinge der „Lifeline“ aufzunehmen.“ Weiterlesen »

21. Juni 2018 · Kommentare deaktiviert für USA kehren den Menschenrechten den Rücken · Kategorien: Gesellschaft, Politik

Vielleicht ist der Austritt aus dem UN-Menschrechtsrat ein dummes, vielleicht ein konsequentes Handeln der USA. Wer die Menschenrechte im eigenen Land, in der Beziehung zu seinen Nachbarn oder durch kriegerische Auseinandersetzungen selbst mit Füßen tritt, sollte nicht in einem solchen Gremium aktiv mit wirken. Weiterlesen »

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