Denkanstoß des Tages – 9/11 veränderte nicht nur das Leid und das Stadtbild von New York

Eine weiße Rose auf dem 9/11 Memorial erinnert an die Opfer der Anschläge vom 11. September 2001. Gedenken darf jedoch nicht dort enden, wo die Folgen von Terror, Krieg und staatlicher Gewalt beginnen. Foto von Noah Heaps auf Unsplash
Eine weiße Rose auf dem 9/11 Memorial erinnert an die Opfer der Anschläge vom 11. September 2001. Gedenken darf jedoch nicht dort enden, wo die Folgen von Terror, Krieg und staatlicher Gewalt beginnen. Foto von Noah Heaps auf Unsplash
  1. Am 11. September 2001 ermordeten 19 Terroristen des islamistischen Netzwerks Al-Qaida 2.977 Menschen aus mehr als 90 Staaten. Sie entführten vier Passagierflugzeuge. Zwei flogen sie in das World Trade Center. Eines traf das Pentagon. Das vierte stürzte nach dem Widerstand der Passagiere in Pennsylvania ab. 

Es gibt daran nichts zu relativieren. 

Terror gegen Zivilisten ist ein Verbrechen. Eine Religion legitimiert keinen Mord. Eine politische Idee legitimiert keinen Mord. Eine Fahne allerdings auch nicht. 

Am 25. Jahrestag sollte deshalb nicht nur der Menschen gedacht werden, die am 11. September 2001 starben. Wir müssen auch darüber reden, was in ihrem Namen folgte. 

Denn aus 9/11 wurde der „Krieg gegen den Terror“. 

Und dieser Krieg bekam fast die ganze Welt als Schlachtfeld. 

Die Geschichte begann lange vor 9/11 

Wer den 11. September erklären will, darf nicht am 11. September beginnen. 

Jahrhunderte europäischer Kolonialherrschaft, die Aufteilung des Nahen Ostens, der Zugriff auf Rohstoffe, die Kontrolle von Handelswegen, der Kalte Krieg und die Konkurrenz um geopolitische Einflusszonen prägten das Verhältnis zwischen westlichen Mächten und zahlreichen Staaten Afrikas, Asiens und des Nahen Ostens. 

Das entschuldigt keinen Terroristen. 

Aber Terrorismus fällt nicht vom Himmel. 

Ein exemplarischer Fall ist Iran. 

1953 halfen die USA und Großbritannien beim Sturz des demokratisch gewählten iranischen Ministerpräsidenten Mohammad Mossadegh. Mossadegh hatte die zuvor von britischen Interessen dominierte Ölindustrie verstaatlicht. 

Die freigegebenen amerikanischen Akten lassen wenig Interpretationsspielraum. Ein CIA-Memorandum bezeichnete das Ziel ausdrücklich als Kampagne zur Installation einer „pro-westlichen Regierung“. Die CIA koordinierte oppositionelle Kräfte und unterstützte die Straßenmobilisierung gegen Mossadegh. 

Hier zeigt sich ein Grundproblem westlicher Außenpolitik des 20. Jahrhunderts: Demokratie galt nicht immer als höchstes Gut. Strategischer Einfluss, Rohstoffe und Antikommunismus konnten wichtiger sein. 

Aus einer kapitalismuskritischen Perspektive ist das entscheidend. Außenpolitik war nie ausschließlich ein Kampf zwischen Demokratie und Diktatur. Sie war auch ein Kampf um Märkte, Ressourcen und geopolitische Macht. 

Islamisten als nützliche Verbündete 

Besonders deutlich wurde diese Politik in Afghanistan. 

Nach dem sowjetischen Einmarsch 1979 unterstützten die USA gemeinsam mit Pakistan und Saudi-Arabien die afghanischen Mudschahedin. Waffen, Geld und logistische Unterstützung flossen in enormem Umfang. 

Das Ziel war eindeutig: Die Sowjetunion sollte geschwächt werden. 

Daraus wird gelegentlich die Behauptung abgeleitet, die CIA habe Al-Qaida gegründet oder Osama bin Laden direkt finanziert. 

Dafür gibt es keinen belastbaren Beleg. 

Die Untersuchungskommission zu 9/11 stellte fest, dass Al-Qaida vor den Anschlägen vor allem über ein internationales Spendennetzwerk finanziert wurde. Auch die Anschläge selbst wurden von Al-Qaida finanziert. 

Die tatsächlich belegte Geschichte ist problematisch genug. 

Islamistische Kräfte wurden im Kalten Krieg zeitweise als Verbündete gegen die Sowjetunion und gegen sozialistische, kommunistische oder säkulare linke Bewegungen betrachtet. 

Der marxistische Ökonom Samir Amin argumentierte deshalb, politischer Islam sei keineswegs automatisch eine antiimperialistische Bewegung. Reaktionäre religiöse Kräfte konnten durchaus mit kapitalistischen und imperialen Interessen koexistieren. 

Der Feind meines Feindes wurde zum Freund. 

Bis er selbst zum Feind wurde. 

Saddam Hussein: Partner und Dämon 

Auch der Iran-Irak-Krieg zeigt diese Doppelzüngigkeit. 

Der Irak griff Iran 1980 an. Ab 1982 unterstützten die USA Saddam Husseins Irak politisch, wirtschaftlich, nachrichtendienstlich und militärisch zunehmend. 

Washington wusste dabei vom Einsatz chemischer Waffen. 

Ein freigegebenes amerikanisches Dokument von November 1983 hält fest, dass Irak chemische Waffen nahezu täglich einsetzte. Trotzdem wurde die Zusammenarbeit fortgesetzt. 

Saddam Hussein war ein Diktator. 

Aber er war zeitweise ein nützlicher Diktator. 

1990 überfiel er Kuwait. Jetzt wurde aus dem Partner der Feind. 1991 folgte der Golfkrieg. 

Zwölf Jahre später folgte der nächste. 

Und diesmal wurde der 11. September Teil der politischen Kulisse. 

Irak: Der Krieg, für den 9/11 keine Begründung lieferte 

Irak hatte mit den Anschlägen vom 11. September nichts zu tun. 

Ein späterer Bericht des Geheimdienstausschusses des US-Senats stellte fest, dass Behauptungen über eine operative Partnerschaft zwischen Saddam Hussein und Al-Qaida nicht durch die Geheimdienstinformationen gedeckt waren. Auch andere öffentliche Aussagen der Bush-Regierung über die irakische Bedrohung gingen über die vorhandenen Erkenntnisse hinaus. 

Die behaupteten Massenvernichtungswaffen wurden ebenfalls nicht gefunden. 

Besonders schwer wiegt eine andere Feststellung. 

Die britische Chilcot-Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass vor dem Angriff im März 2003 die diplomatischen Möglichkeiten nicht ausgeschöpft waren. Militärisches Handeln war nicht das letzte Mittel. 

Mehr noch: Britische Geheimdienste hatten bereits vorher davor gewarnt, dass ein Irakkrieg die terroristische Bedrohung durch Al-Qaida und andere islamistische Extremisten erhöhen könnte. 

Man führte Krieg gegen Terror. 

Und wusste, dass dieser Krieg neuen Terror fördern konnte. 

Afghanistan: zwanzig Jahre und zurück auf Anfang 

Am 7. Oktober 2001 begann der amerikanisch geführte Krieg in Afghanistan. 

Er endete im August 2021. 

Fast zwanzig Jahre Krieg. 

Die Taliban, die 2001 gestürzt worden waren, übernahmen danach erneut die Macht. 

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung beschreibt diesen Ausgang als Scheitern eines von außen gesteuerten Nation-Building, das seine Versprechen von Demokratie und insbesondere Frauenrechten nicht dauerhaft sichern konnte. 

Was blieb? 

Tote. 

Verletzte. 

Vertriebene. 

Ein zerstörtes Land. 

Und wieder die Taliban. 

Das ist keine nachträgliche Apologie der Taliban. Ihr autoritäres Regime und die Unterdrückung insbesondere von Frauen sind unvereinbar mit universellen Menschenrechten. 

Aber gerade deshalb muss die Frage erlaubt sein: 

Was haben zwanzig Jahre Krieg erreicht? 

Die Rechnung des „War on Terror“ 

Eine der umfassendsten wissenschaftlichen Untersuchungen dazu liefert das Projekt Costs of War der Brown University. 

Seine aktuelle Bilanz ist erschütternd. 

In Afghanistan, Pakistan, Irak, Syrien, Jemen und weiteren Schauplätzen der post-9/11-Kriege starben bis 2023 schätzungsweise 905.000 bis 940.000 Menschen unmittelbar durch Kriegsgewalt. 

Mindestens 408.749 bis 432.093 davon waren Zivilisten. 

Aber Bomben töten nicht nur beim Einschlag. 

Krieg zerstört Krankenhäuser. Trinkwassersysteme. Stromversorgung. Landwirtschaft. Verkehrswege. Medikamente werden knapp. Hunger breitet sich aus. Krankheiten werden tödlich, die behandelbar wären. 

Brown University schätzt deshalb weitere 3,6 bis 3,8 Millionen indirekte Todesfälle. 

Damit könnten die post-9/11-Kriege insgesamt mindestens 4,5 bis 4,7 Millionen Menschenleben gekostet haben. 

Das sind Schätzungen. Keine exakte Leichenzählung. 

Aber selbst die untere Grenze ist eine moralische Katastrophe. 

Krieg erzeugt Flucht 

Hinzu kommen mehr als 38 Millionen Menschen, die nach Berechnungen von Costs of War durch die post-9/11-Kriege vertrieben wurden. 

Allein Afghanistan verzeichnete bis August 2021 mindestens 5,9 Millionen Geflüchtete und Binnenvertriebene. 

Viele dieser Menschen flohen zunächst in Nachbarstaaten. 

Ein kleinerer Teil erreichte Europa. 

Dort wurde Migration wiederum zum politischen Kampfbegriff. 

Das ist die bittere Dialektik dieser Politik: 

Militärische Interventionen destabilisieren Gesellschaften. 

Destabilisierung erzeugt Flucht. 

Und anschließend erklären rechte Parteien die Flüchtenden zur Ursache der europäischen Krise. 

Der Krieg verschwindet aus der Erzählung. Der Flüchtling bleibt. 

Aus Terror wurde Islam 

Nach dem 11. September geschah noch etwas. 

Aus der notwendigen Auseinandersetzung mit islamistischem Extremismus wurde viel zu häufig ein Generalverdacht gegenüber Musliminnen und Muslimen. 

Der Unterschied ist fundamental. 

Islamismus bezeichnet eine politische Ideologie. 

Islam bezeichnet eine Religion mit Milliarden sehr unterschiedlichen Gläubigen. 

Wer beides gleichsetzt, betreibt keine Terrorismusbekämpfung. Er betreibt Propaganda. 

Die Folgen sind messbar. 

Die EU-Grundrechteagentur berichtete 2024, dass 47 Prozent der befragten Musliminnen und Muslime in 13 EU-Staaten innerhalb von fünf Jahren rassistische Diskriminierung erlebt hatten. In Deutschland waren es sogar 68 Prozent. 

Terroristen ermordeten Menschen. 

Die extreme Rechte versuchte anschließend, daraus eine Anklage gegen eine ganze Religion zu machen. 

Auch das gehört zur Geschichte von 9/11. 

Terrorismus blieb real 

Es wäre jedoch ebenso falsch, islamistischen Terror kleinzureden. 

Madrid 2004. 

London 2005. 

Paris 2015. 

Brüssel, Nizza und Berlin 2016. 

Manchester 2017. 

Menschen wurden ermordet, weil Fanatiker glaubten, religiöse oder politische Ziele gäben ihnen ein Recht zu töten. 

Allein 2016 registrierte Europol in der damaligen EU 13 dschihadistische Anschläge. Dabei starben 135 Menschen. 

Das muss klar benannt werden. 

Aber aus diesen Verbrechen folgt keine Kollektivschuld von Muslimen. 

So wenig wie aus rechtsextremem Terror eine Kollektivschuld von Christen oder aus staatlicher Kriegsführung eine Kollektivschuld der Bevölkerung eines Staates folgt. 

Humanismus beginnt dort, wo Menschen nicht nach Herkunft, Religion oder Pass in unterschiedliche Klassen von Opfern eingeteilt werden. 

Die Angst wurde zum Gesetz 

9/11 veränderte auch die westlichen Demokratien selbst. 

Nur 45 Tage nach den Anschlägen verabschiedeten die USA den Patriot Act. Überwachungsbefugnisse wurden erheblich erweitert. 

Nach Angaben der amerikanischen Bürgerrechtsorganisation ACLU stellte das FBI allein zwischen 2003 und 2006 192.499 National Security Letters aus. Damit konnten persönliche Informationen ohne vorherige richterliche Genehmigung verlangt werden. 

Auch Deutschland reagierte. 

Am 14. Dezember 2001 beschloss der Bundestag das Terrorismusbekämpfungsgesetz. Geheimdienste und Sicherheitsbehörden erhielten zusätzliche Kompetenzen. Datenaustausch, Rasterfahndung, Grenzkontrollen und biometrische Identitätsmerkmale wurden ausgebaut. 

Schon damals warnte die Opposition vor unverhältnismäßigen Eingriffen. Das Gesetz wurde später verlängert und erweitert. 

Der Ausnahmezustand wurde Stück für Stück normal. 

Das ist vielleicht eine der dauerhaftesten Folgen von 9/11. 

Der Terrorismus griff Freiheit an. 

Und die Staaten schränkten als Reaktion auf diesen Angriff selbst Freiheit ein. 

Aufrüstung ohne Ende 

Der nächste Gewinner hieß Rüstung. 

Heute gibt die Welt mehr Geld für Militär aus als jemals zuvor seit Beginn der SIPRI-Aufzeichnungen. 

2025 waren es 2,887 Billionen US-Dollar. 

Elf Jahre in Folge stiegen die globalen Militärausgaben. 

9/11 ist nicht die alleinige Ursache dieser Entwicklung. Russlands Krieg gegen die Ukraine, die Konfrontation im Nahen Osten, Spannungen zwischen China und den USA und zahlreiche regionale Konflikte haben die Aufrüstung weiter beschleunigt. 

Aber der „War on Terror“ normalisierte nach dem Ende des Kalten Krieges erneut gigantische Militärbudgets. 

Die Brown University berechnet allein für die amerikanischen post-9/11-Kriege Kosten beziehungsweise langfristige finanzielle Verpflichtungen von mehr als acht Billionen US-Dollar. 

Acht Billionen. 

Man stelle sich für einen Moment vor, dieses Geld wäre in Armutsbekämpfung, Schulen, Krankenhäuser, erneuerbare Energien, Klimaschutz, Forschung und internationale Entwicklungszusammenarbeit investiert worden. 

Vielleicht wäre die Welt nicht perfekt. 

Aber sie wäre vermutlich nicht gefährlicher geworden. 

Und 25 Jahre später: wieder Iran 

Am 25. Jahrestag von 9/11 führt die Welt diese Debatte nicht im Museum. 

Sie führt sie mitten in einem neuen Krieg. 

Seit dem 28. Februar 2026 befinden sich die USA und Israel in einem offenen militärischen Konflikt mit Iran. Der Krieg dauert auch am 11. September 2026 an. Reuters berichtet von Tausenden Toten und Millionen Vertriebenen infolge der amerikanisch-israelischen Angriffe und iranischen Gegenangriffe. 

Die Vereinten Nationen haben wiederholt zur Beendigung der Angriffe und zur Rückkehr zu Verhandlungen aufgerufen. 

Schon am 28. Februar erinnerte die Präsidentin der UN-Generalversammlung ausdrücklich daran, dass internationale Konflikte nach der UN-Charta friedlich beigelegt werden müssen. 

Im Juni erklärte der UN-Generalsekretär erneut: Es gebe keine militärische Lösung. Der einzige Weg seien Dialog und Verhandlungen. 

25 Jahre nach 9/11 sind wir damit wieder bei derselben Frage: 

Wann wird Diplomatie eigentlich ernsthaft versucht? 

Vor dem Krieg? 

Oder erst, wenn die Bomben bereits gefallen sind? 

Was bleibt nach 25 Jahren? 

9/11 war ein Menschheitsverbrechen. 

Aber der Umgang mit diesem Verbrechen schuf weitere Katastrophen. 

Millionen Tote. 

Zehn Millionen Vertriebene. 

Zerstörte Gesellschaften. 

Foltergefängnisse. 

Überwachung. 

Islamfeindlichkeit. 

Neue Terrororganisationen. 

Neue Kriege. 

Und eine Rüstungswirtschaft, deren Geschäftsmodell von der permanenten Unsicherheit lebt. 

Schon unmittelbar nach den Anschlägen warnte die sozialistische Zeitschrift Monthly Review, ein globaler Krieg gegen den Terror werde die Tragödie eher vergrößern als beenden. Terrorismus müsse bekämpft werden. Die Frage sei aber, mit welchen Mitteln. 

25 Jahre später lässt sich diese Frage beantworten. 

Bomben haben Terrorismus nicht abgeschafft. 

Besatzungen haben Demokratie nicht zuverlässig geschaffen. 

Regimewechsel haben Gesellschaften nicht automatisch befreit. 

Überwachung hat Freiheit nicht vergrößert. 

Aufrüstung hat die Welt nicht friedlicher gemacht. 

Das bedeutet nicht, Gewalt tatenlos hinzunehmen. 

Es bedeutet, die Vorstellung aufzugeben, Gewalt könne dauerhaft mit noch größerer Gewalt überwunden werden. 

Nicht in unserem Namen 

Heute gedenken wir der 2.977 Menschen, die am 11. September 2001 ermordet wurden. 

Wir gedenken ihrer ohne Einschränkung. 

Aber wir weigern uns, andere Tote unsichtbar zu machen. 

Das Kind in Kabul ist nicht weniger wert. 

Die Mutter in Bagdad nicht. 

Der Familienvater in New York nicht. 

Das Mädchen in Gaza nicht. 

Der Jugendliche in Tel Aviv nicht. 

Die Frau in Teheran nicht. 

Menschlichkeit besitzt keinen Pass. 

Ein Staat erhält durch seine Flagge kein größeres Recht zu töten als ein Fanatiker durch seine Religion. 

Und Tote lassen sich nicht gegeneinander aufrechnen. 

2.977 Ermordete legitimieren nicht Hunderttausende weitere Tote. 

Die Antwort auf Terror darf nicht permanenter Krieg sein. 

Die Antwort auf Krieg darf nicht neuer Terror sein. 

Die Antwort auf Islamismus darf nicht Islamfeindlichkeit sein. 

Die Antwort auf Unsicherheit darf nicht der Abbau demokratischer Freiheit sein. 

Und die Antwort auf eine Welt voller Konflikte kann nicht darin bestehen, immer mehr Waffen in diese Welt zu stellen. 

25 Jahre nach dem 11. September ist deshalb vielleicht nicht die Frage entscheidend, ob der Westen den „Krieg gegen den Terror“ gewonnen hat. 

Er hat ihn nicht gewonnen. 

Entscheidend ist eine andere Frage: 

Wie viele Menschen müssen noch sterben, bevor wir begreifen, dass Frieden nicht das Ergebnis des letzten Krieges ist, sondern die Alternative zum nächsten? 


Faktenbox: 25 Jahre nach 9/11 

Thema  Verifizierter Befund 
Opfer von 9/11  2.977 Ermordete aus mehr als 90 Staaten 
Post-9/11-Kriege – direkte Tote  ca. 905.000–940.000 
davon Zivilisten  mindestens 408.749–432.093 
geschätzte indirekte Kriegstote  3,6–3,8 Millionen 
Gesamtschätzung  mindestens 4,5–4,7 Millionen Tote 
Vertriebene  mehr als 38 Millionen Menschen 
Afghanistan-Krieg  Oktober 2001 bis August 2021 – fast 20 Jahre 
Irakkrieg  Beginn März 2003; Diplomatie war laut Chilcot Inquiry nicht ausgeschöpft 
Krieg gegen IS  US-geführte Militärintervention in Irak/Syrien seit 2014; erhebliche zivile Opfer 
US-Kosten der post-9/11-Kriege  mehr als 8 Billionen US-Dollar einschließlich langfristiger Verpflichtungen 
Muslime und Diskriminierung in der EU  47 % der befragten Muslime berichteten von rassistischer Diskriminierung innerhalb von fünf Jahren 
Deutschland  68 % der befragten Muslime berichteten entsprechende Erfahrungen 
Weltweite Militärausgaben 2025  2,887 Billionen US-Dollar – historischer Höchststand 
USA/Iran 2026  Offener Krieg seit 28. Februar 2026; am 11. September weiterhin nicht beendet 

Foto:

Noah Heaps auf Unsplash 


Hinweis auf die Nutzung von KI 

Für die Analyse von Dokumenten und für die Recherche der entsprechenden Medien wurde künstliche Intelligenz genutzt (Copilot, ChatGPT). 


Quellen: